Der Lebenslauf ist das zentrale Element Ihrer Bewerbung. Die meisten Personalverantwortlichen lesen Ihren Lebenslauf noch vor dem Anschreiben. Dies wird vielfach unterschätzt. Deshalb sollten im Lebenslauf die wesentlichen Fakten über Ihre bisherige berufliche Entwicklung, Ihre Erfahrung und Ihre Fähigkeiten aufgeführt sein.
Im Abgleich mit dem Anforderungsprofil wird so ersichtlich, ob Sie die richtigen Voraussetzungen für eine Stelle mitbringen und eventuell zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden.
Ein Lebenslauf besteht in der Regel aus folgenden Elementen:
- Überschrift „Lebenslauf“
- Bewerbungsfoto
- Persönliche Daten
- Berufspraxis
- Bildung
- Weiterbildung
- sonstige Qualifikationen und Kenntnisse
- Ort, Datum, Unterschrift
Über die Bedeutung des Bewerbungsfotos wird so kontrovers diskutiert, wie über kein anderes Thema. In einigen Ländern, vor allem im angloamerikanischen Raum, ist es unüblich oder sogar verboten, Bewerbungsfotos zu verwenden, damit nur nach Fakten entschieden wird. Dadurch wird ersichtlich, wie groß der Einfluss eines Bewerbungsfotos auf die Bewerbung ist. In Deutschland ist ein Bewerbungsfoto allerdings immer noch Standard. Meiner Meinung nach kann gar nicht genug betont werden: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Deshalb haben Passbilder aus dem Automaten genau so wenig wie private Bilder vom letzten Urlaub in einer Bewerbung etwas verloren.
Zu den persönlichen Daten im Lebenslauf zählen die Kontaktdaten wie Name, Anschrift, Telefon, E-Mail-Adresse sowie Geburtsdatum und -ort, Nationalität und Angaben zum Familienstand. Langweilen Sie den Leser nicht mit Auskünften zum Beruf der Eltern oder Ähnlichem. Informationen dieser Art haben im Lebenslauf nichts zu suchen.
In den deutschsprachigen Ländern war es in der Vergangenheit üblich, den Lebenslauf chronologisch zu ordnen. In anderen Ländern beginnt der Lebenslauf mit dem aktuellen Beschäftigungsverhältnis und endet mit der Ausbildung oder Schulzeit. Diese sogenannte gegenchronologische Form wurde aus dem Amerikanischen übernommen und wird mittlerweile auch von den meisten Personalverantwortlichen im deutschsprachigen Raum bevorzugt. Der Personaler kann sich so in kürzester Zeit einen ersten Eindruck über die aktuellen fachlichen Kompetenzen verschaffen. Meine Empfehlung: Schreiben Sie gegenchronologisch!
Bei der Bearbeitung Ihres Lebenslaufs werden die Mitarbeiter der Personalabteilung eine Zeitfolgeanalyse und Positionsanalyse des Lebenslaufes durchführen. Die Zeitfolgeanalyse zeigt möglichen Lücken in Ihrer Biografie auf. Weil Lücken und Auszeiten wie Arbeitslosigkeit, Elternzeit oder Sabbaticals aus heutigen Lebensläufen kaum mehr wegzudenken sind, ist es wichtig, dass sie (ab zwei oder drei Monaten) dokumentiert werden. Bei der Positionsanalyse wird untersucht, wie Ihr beruflicher Auf-, Ab- oder Umstieg verlief: gradlinig mit einem rotem Faden oder sprunghaft und ohne großen Zusammenhang.
Je genauer Ihr Lebenslauf auf die Anforderungen eines Unternehmens angepasst wird, desto besser. Keinesfalls reicht es, dass Sie nur die beruflichen Stationen aufzählen. Ein Personalverantwortlicher kann damit wenig anfangen. Nutzen Sie die Gelegenheit und tragen Sie zu jeder Stelle stichpunktartig Ihre Hauptaufgaben und Zuständigkeitsbereiche ein, mit denen Sie in der jeweiligen Position betraut wurden.
Neben dem Informationscharakter zählt aber auch eine optisch ansprechende und fehlerlose Aufmachung. Der Umfang Ihres Lebenslaufs hängt vom persönlichen Werdegang ab. Wichtiger als eine bestimmte Seitenzahl ist ein übersichtlicher Aufbau. Die Schrift sollte nicht kleiner als 10 Punkte sein und die gewählte Struktur sollte bis zum Ende durchgehalten werden. Wichtiges kann durch Fettschreibung hervorgehoben werden. Beschränkt man sich auf das Wesentliche, wird man automatisch eine Seitenzahl von zwei bis drei Seiten nicht überschreiten.
Bei einer Zustellung des Lebenslaufs in digitaler Form sollten Sie grundsätzlich eine PDF-Datei versenden. Nutzen Sie andere Formate nur dann, wenn der Empfänger dies ausdrücklich wünscht. Eine Unterschrift ist in Lebensläufen, die per Mail zugestellt werden, nicht unbedingt notwendig.
Kein Lebenslauf gleicht einem anderen. Im Internet finden Sie viele Musterlebensläufe. Investieren Sie ruhig ein wenig Zeit und lassen Sie sich durch die Muster inspirieren, bevor Sie Ihren eigenen Lebenslauf erstellen.
Der Lebenslauf ist das Aushängeschild Ihrer Bewerbung. Nutzen Sie die Chance, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen.